Mit dem ThinkPad E470 läutet Lenovo die neueste Inkarnation seiner renommierten Business-Baureihe ein. Basierend auf Prozessoren der 7. Intel-Core-Generation verspricht das Einstiegsmodell der E-Serie abermals mehr Performance und Ausdauer – und das zu einem überaus attraktiven Preispunkt. Bleibt da die Qualität auf der Strecke?
Während Intels Kaby-Lake-Prozessoren im Multimedia-Segment bereits seit mehreren Monaten in zahlreichen Modellen vertreten sind, etabliert sich die neue CPU-Generation im Business-Bereich erst jetzt – hier sind die Produktzyklen typischerweise länger und der betriebene Entwicklungs- und Testaufwand oftmals deutlich höher.

Auch bei Lenovo hat das nächste Update der Thinkpad-Serie bislang auf sich warten lassen – doch das ändert sich nun: Als ersten Vertreter schicken die Chinesen den preiswerten 14-Zöller ThinkPad E470 ins Rennen, der (zunächst ausschließlich für Schüler und Studenten) bereits für unter 600 Euro angeboten wird. Auf ein Betriebssystem muss in diesem Fall zwar verzichtet werden, ansonsten fährt aber schon das Basismodell eine erstaunlich umfangreiche Ausstattung inklusive i3-Prozessor, 8 GB RAM, 256-GB-SSD und FullHD-IPS-Display auf. Unser Testgerät bietet zum Preis von knapp 700 Euro eine stärkere Core-i5-CPU sowie zusätzlich eine dedizierte GeForce-940MX-GPU, die auch gelegentliche Gaming-Ambitionen befriedigen soll. Darüber hinaus stehen wie üblich noch viele weitere Konfigurationen zur Auswahl, unter denen jeder Interessent ein für ihn/sie passendes Angebot finden sollte.

Im Konkurrenzvergleich muss sich das ThinkPad E470 mit Geräten wie dem HP ProBook 440 G4 oder Acer TravelMate P249-M messen, die ebenfalls im unteren Business-Segment angesiedelt und bereits mit der aktuellen Kaby-Lake-Plattform erhältlich sind.
Mattschwarzer Kunststoff wohin das Auge auch blickt – an dieses Bild haben sich ThinkPad-Nutzer seit Jahren gewöhnt. Auch das E470 verzichtet auf unnötige Experimente und bleibt der bekannten, funktional-sachlichen Designsprache treu. Dennoch sind im Vergleich zum Vorgänger E460 einige kleinere Unterschiede auszumachen, die beispielsweise die Gestaltung des Displayscharniers oder die Platzierung des Power-Buttons betreffen. Prinzipiell handelt es sich dabei jedoch um Feintuning im Detail ohne wirkliche funktionale Auswirkungen. Akku Dell Inspiron 6400 .

Mit knapp 1,9 Kilogramm Gewicht und gut 24 Millimetern Bauhöhe zählt das E470 nach heutigen Maßstäben nicht gerade zu den mobilsten Geräten seiner Klasse, was sich nicht nur im Vergleich mit High-End Modellen wie dem T460s (1,35 kg, 19 mm), sondern auch gegenüber der direkten Konkurrenz von HP zeigt (ProBook 440 G4: 1,65 kg, 20 mm). Gleichwohl war es Lenovo dadurch möglich, auch ohne großflächigen Leichtmetalleinsatz ein ausgesprochen stabiles Gehäuse zu konstruieren, welches punktuellen Druck und Verwindungsversuche anstandslos pariert. Einzig der Displaydeckel könnte noch einen Hauch massiver ausfallen, doch kritisieren wir hier bereits auf relativ hohem Niveau. Vorbildlich präsentiert sich das neue Zentralscharnier, welches die bis zu 180 Grad aufklappbare Anzeige stets fest im Griff hat.

Beim Blick auf die Verarbeitungsqualität können wir dem Hersteller zumindest für unser Testmuster ein tadelloses Zeugnis ausstellen: Minimale Spaltmaße, passgenaue Materialübergänge, sauber abgerundete Kanten – das ist in dieser Preisklasse definitiv keine Selbstverständlichkeit.
Mit leichter Enttäuschung müssen wir feststellen, dass die E-Serie weiterhin auf den modernen USB-Typ-C-Standard verzichtet und damit auf drei Buchsen im klassischen Typ-A-Format (2x USB 3.0, 1x USB 2.0) beschränkt bleibt. Dies dürfte, ähnlich wie der fehlende DisplayPort-Ausgang, sowohl preisliche als auch produktpolitische Hintergründe haben und ist in diesem Segment durchaus üblich. Potenzielle Käufer sollten sich jedoch bewusst sein, via HDMI 1.4 ein 4K-Display lediglich mit 30 Hz ansteuern zu können. Offiziell bewirbt Lenovo den Anschluss gar nur mit maximal 1.920 x 1.080 Pixeln Ausgabeauflösung (bei 60 Hz).

Infolge der Verlagerung des Luftauslasses an die Geräterückseite wurde die Position sämtlicher Schnittstellen überarbeitet. Das neue Layout hat sich im Test insbesondere für Rechtshänder als recht stimmig erwiesen, da potentiell störende Anschlusskabel (Netzteil, Ethernet, HDMI) konsequent in den hinteren Bereich der linken Gehäuseseite verlagert wurden.
Je nach Dateigröße pendelt sich die maximale Datenrate des SD-Kartenlesers (getestet mit einer Toshiba Exceria Pro SDXC 64 GB UHS-II) bei rund 70 bis 80 MB/s ein. Ein ordentliches Ergebnis, mit dem sich das ThinkPad zwischen Low-End-Modellen mit USB-2.0-Reader (max. rund 30 MB/s) sowie Premium-Notebooks mit UHS-II-Unterstützung (200 MB/s und mehr) einordnet.
Etwas überraschend steckt in unserem ThinkPad kein Funkadapter von Intel, sondern ein Modul aus dem Hause Qualcomm. Selbiges unterstützt neben Bluetooth 4.1 auch sämtliche aktuelle WLAN-Standards im 2,4- und 5-GHz-Band. Dank Dual-Stream-Technik (2×2 TX/RX) sind in 802.11ac-Netzen somit Bruttodatenraten von bis zu 866 Mbit/s möglich, von denen wir unter optimalen Bedingungen (Sichtverbindung, kurze Entfernung, Router LinkSys EA8500) immerhin knapp 600 Mbit/s netto beim Empfang erzielen konnten. Damit liegt das E470 im absoluten Spitzenfeld aktueller Notebooks und wird nur von einigen (Apple-)Geräten mit Triple-Stream-Technik geschlagen.
Als Einstiegsmodell der ThinkPad-Serie muss das E470 auf diverse Sicherheitsfeatures wie NFC, Smartcard-Leser oder vPro-Unterstützung verzichten. Selbst ein Fingerabdruckscanner wird nur bei ausgewählten Konfigurationen geboten und fehlt bei unserem Testgerät, sodass sich der Käufer auf eher rudimentäre Security-Optionen wie Kensington Lock sowie klassische Passwörter (Power-On, Festplatte, BIOS) verlassen muss.Akku Dell Inspiron 1545 .

Abseits des obligatorischen Netzteils (65 Watt) legt Lenovo dem E470 kein weiteres Zubehör bei. Auch die Liste der optional angebotenen Extras fällt relativ kurz aus und beschränkt sich hauptsächlich auf Peripherie, Taschen sowie über USB 3.0 angebundene Docking Stations (kein dedizierter Docking-Station-Anschluss vorhanden).

Nach dem Lösen von insgesamt drei Schrauben an der Unterseite lässt sich die Bodenplatte des Gerätes auch von Laien unkompliziert abnehmen. Wirklich viele Wartungsoptionen hat das E470 allerdings nicht zu bieten: Ein freier Speicherslot würde den Einbau eines zweiten DDR4-Moduls erlauben, ansonsten sind sämtliche Steckplätze (1x M.2/E-Key für WLAN, 1x 2,5″ SSD) bereits ab Werk belegt. Wir hätten uns zumindest noch ein oder zwei weitere M.2-Slots für eine zusätzliche SSD oder ein LTE-Modul gewünscht, wie sie bei manchem Konkurrenzgerät zu finden sind. Positiv zu erwähnen sind dagegen der verschraubte (und damit gegebenenfalls austauschbare) Akku sowie der für Reinigungszwecke zugängliche Lüfter.

Klassentypisch umfasst die Werksgarantie nur einen 12-monatigen Bring-In-Service, der sich aber für relativ kleines Geld vielfältig erweitern lässt. So schlägt beispielsweise ein Upgrade auf insgesamt 3 Jahre mit fairen 65 Euro zu Buche, inklusive Vor-Ort-Service beträgt der Aufpreis rund 80 Euro.
Die grandiose Qualität der Tastatur stellt seit jeher eines der größten Verkaufsargumente eines ThinkPads dar – da bildet auch die günstige E-Serie keine Ausnahme. Hat man sich erst einmal an die kleinen Layout-Besonderheiten von Lenovo gewöhnt – insbesondere die vertauschte Position von Fn- und Strg-Taste (im BIOS umstellbar) –, begeistert das Keyboard mit seinem überaus festen und knackig-präzisen Anschlag. Selbst bei energischem Tippen biegt sich das Eingabegerät nicht durch und verströmt bei jedem Tastendruck ein massives, mechanisches Feeling. Gleichzeitig bleibt die Geräuschkulisse zurückhaltend und unaufdringlich.

Obwohl das Keyboard auf den ersten Blick bei sämtlichen ThinkPad-Modellen identisch erscheint, gibt es im Detail doch einige Unterschiede zwischen der E-, L- oder T-Serie: Im direkten Vergleich wirkt der Druckpunkt eines mehr als doppelt so teuren T460(s) nochmals einen Hauch satter und die verwendeten Kunststoffe deutlich hochwertiger. Zudem verfügen die High-End-Baureihen über eine zweistufige Tastaturbeleuchtung, welche dem E470 leider fehlt.
Auch die dritte Generation der E400-Serie setzt auf die bekannte UltraNav-Einheit bestehend aus Touchpad und Trackpoint sowie den zugehörigen Tasten. Das anfangs stark kritisierte Clickpad ist über die Jahre hinweg stetig gereift und bietet nun endlich zwei wirklich knackige, integrierte Buttons, deren Druck nicht mehr zum ungewollten Verspringen des Mauszeigers führt. Fingerbewegungen auf der glatten und gleitfreudigen Oberfläche (10 x 5,6 Zentimeter) werden ebenso spontan wie präzise umgesetzt, zudem unterstützt das Pad allerlei Multitouch-Gesten mit bis zu vier Fingern. Akku Dell Inspiron 1525 .

Alternativ kann der Anwender auf den klassischen Trackpoint zurückgreifen, den außer Lenovo kaum noch ein Hersteller in dieser Preisklasse verbaut. In Verbindung mit den sehr sanft klickenden Maustasten (inklusive Scroll-Button) ergibt sich ein gänzlich anderes Arbeitsgefühl als mit dem Touchpad – welches der beiden Eingabegeräte einem aber letztlich besser gefällt, bleibt am Ende Geschmackssache.