Das Huawei Nova Plus bringt Premium-Feeling in die Mittelklasse und ist das erste Smartphone der Chinesen, das Ultra-HD-Videos aufzeichnen kann. Dafür kommt aber auch kein hauseigener Kirin-SoC zum Einsatz, sondern ein Chip von Qualcomm. Wie sich das Gerät im umkämpften Preissektor um die 400 Euro schlägt, lesen Sie in unserem Test.
Mit den Huawei Nova Plus startet das chinesische Unternehmen seine Mittelklasse-Smartphones unter anderem Namen neu. Wir testen das größere Nova Plus, dessen Design von der Mate-Serie inspiriert wurde. Das kleinere Nova hingegen sieht dem Nexus 6P ähnlich.

Technisch wird ein 5,5 Zoll großes Full-HD-IPS-Panel geboten. Dazu gibt es ein modernes Mittelklasse-SoC, 3 GB Arbeits- sowie 32 GB internen Speicher. Letzterer lässt sich mittels MicroSD-Kate erweitern. Mit 3.340 mAh ist der Akku stark bestückt, und auch die 16-MP-Kamera verspricht gute Aufnahmen. Darüber hinaus ist das Nova Plus das erste Smartphone von Huawei, dass Videos in Ultra-HD aufzeichnen kann.
Das Äußere des Huawei Nova Plus ist recht schlicht gehalten und erinnert an die Mate-Serie des Herstellers. Es sieht ein wenig wie ein dickes Mate S aus. Durch die abgerundeten Kanten liegt das Smartphone gut in der Hand und vermittelt einen wertigen Eindruck.

Das Aluminiumgehäuse sieht gut aus und fühlt sich prima an. Das Glas auf der Front ist an den Kanten leicht abgerundet und hinterlässt ebenfalls einen hochwertigen Eindruck. Verwindungsversuche lässt das Nova Plus ungerührt über sich ergehen. Um eine Wellenbildung auf dem Display zu provozieren, muss schon etwas fester gedrückt werden.

Die Spaltmaße sind größtenteils eng und gleichmäßig. Lediglich die Kunststoffeinsätze für die Antennen auf der Rückseite offenbaren in diesem Bereich leichte Schwächen. Zudem wirkt der Kunststoffrahmen zwischen Gehäuse und Displayglas optisch wie haptisch störend. Akku HP ProBook 5310m .

Der Kartenschlitten ist zwar aus Metall, doch leider besitzt er eine andere Farbe als der Rahmen des Nova Plus, was nicht schön anzusehen ist. Der Kartenhalter selber kann entweder zwei Nano-SIM-Karten oder eine SIM- und eine MicroSD-Karte aufnehmen. Der Akku ist fest ins Gehäuse integriert.

Wie bereits viele Geräte in seiner Klasse ist auch das Huawei Nova Plus bereits mit einem USB-Type-C-Anschluss ausgestattet. Dahinter verbirgt sich jedoch nur eine Schnittstelle, die lediglich den veralteten Standard 2.0 unterstützt. Die Ausgabe von Videosignalen via USB ist nicht möglich, dafür können aufgrund der vorhandenen OTG-Unterstützung externe Speichermedien und Eingabegeräte an das Smartphone angeschlossen werden.

Der MicroSD-Kartenslot des Gerätes unterstützt laut Hersteller Karten bis zu einer Größe von 128 GB. Auf den zusätzlichen Speicher können jedoch nur Fotos und andere Medien abgelegt werden; Apps oder Teile von deren Daten lassen sich nicht dorthin verschieben. Eine Formatierung als interner Speicher ist ebenfalls nicht möglich.

Darüber hinaus bietet das Nova Plus Bluetooth 4.1, NFC, einen UKW-Radio-Empfänger sowie eine zweifarbige Benachrichtigungs-LED, welche sich jedoch nicht konfigurieren lässt.

Als Betriebssystem läuft auf dem Huawei Nova Plus das recht aktuelle Google Android 6.0 Marshmallow mit der hauseigenen Benutzeroberfläche EMUI 4.1 (Build-Nummer: MLA-L11C432B132). Ein Update auf Android 7.0 Nougat mit EMUI 5.0 ist für das erste Quartal 2017 angekündigt.

Das identische Betriebssystem kommt auch schon im Huawei P9 zum Einsatz und entsprechende Details können in dessen Test nachgelesen werden.
In puncto mobiler Kommunikation macht das Huawei Nova Plus einen ordentlichen Eindruck und bietet schnelles LTE Cat. 7 mit einer ordentlichen Frequenzabdeckung. Mit lediglich zwei Bändern ist das 3G-Netz jedoch etwas dürftig bestückt. In der Großstadt konnten wir jedoch keine Einschränkungen beim Empfang feststellen, zumal dann eh meistens das 4G-Netz genutzt wird. Akku HP ProBook 5330m .

Im Vergleichsfeld ist das Nova Plus das einzige Smartphone, das kein 5,0-GHz-WLAN bietet, sondern nur die IEEE-802.11-Standards b/g/n bedient. Die übrigen Konkurrenten bieten zumindest noch zusätzlich den a-Standard. Für ein reines 2,4-GHz-WiFi gelingen dem Testgerät aber gute Übertragungsraten, wie unser Test mit dem Referenzrouter Linksys EA8500 zeigt. Es reicht sogar, um bessere Übertragungsraten zu erlangen als das Zenfone 3 mit ac-WiFi. Die Stabilität und Reichweite können ebenfalls überzeugen.
Der Satfix des Huawei Nova Plus geht recht schnell, selbst wenn wir uns in einem Gebäude befinden. Unterstützt werden dafür die Satellitennetzwerke GPS, Glonass und BeiDou.

Um die Genauigkeit der Positionsbestimmung besser einschätzen zu können, haben wir das Smartphone auf eine kleine Radtour mitgenommen, bei der es sich dem Vergleich mit dem Fahrradcomputer Garmin Edge 500 stellen muss.

Am Anfang der Strecke hatte unser Referenzgerät noch seine kleineren Schwierigkeiten, weshalb das Nova Plus auf den ersten zwei Kilometern besser war. Danach liefert aber das Garmin wieder die exakteren Positionsdaten und aktualisiert den Standort sowohl genauer als auch häufiger, wodurch eine exaktere Streckenaufzeichnung erfolgt. Unter Berücksichtigung des ersten Abschnittes ist die Differenz zwischen den beiden Geräten gar nicht so groß, und das Smartphone liefert ein solides Ergebnis, welches für die alltäglichen Navigationsaufgaben mehr als ausreichen sollte.
Bei der Telefon-App hat Huawei lediglich leichte optische Änderungen vorgenommen, an sich ist die App identisch mit derer anderer Android Smartphones. Akku HP ProBook 5320m .

Die Sprachqualität des Nova Plus ist ans Ohr gehalten richtig gut. Auf beiden Seiten ist ein klares und störungsfreies Gespräch möglich. Die Geräuschunterdrückung arbeitet ordentlich und dämpft laute Umgebungsgeräusche ab, sodass der Nova Nutzer gut zu verstehen bleibt, filtert sie aber nicht vollständig heraus. Im Lautsprechermodus kommt es bei der Sprachausgabe am Gerät immer wieder zu kleinen Aussetzern, und auch wir sind nicht so gut zu verstehen, wie wir uns das wünschen würden, sondern klingen sehr gepresst und leicht verzerrt.