Die neuen MacBook-Pro-Laptops sind da. Markantestes neues Feature: die Touch Bar anstatt der Funktionstasten. Nichts desto trotz bietet Apple auch ein Modell ohne diese Neuheit an, und will damit den “Einstiegsbereich” bedienen – Preispunkt: 1.699 Euro. Wir haben bereits ein Gerät vor Ort und werden hier in Form eines Live-Tests nach und nach unsere neusten Erkenntnisse teilen.

Wie gewohnt gab es im Vorfeld der Vorstellung am 27.10. unzählige Gerüchte und Spekulationen über mögliche kommende Features. Wie so oft bestätigte sich auch diesmal vieles davon, allen voran die neue Touch Bar, eine multifunktionale Touch-Display-Leiste anstelle der Funktionstasten, die im Zusammenspiel mit der verwendeten Software flexibel zahlreiche zusätzliche Eingabeoptionen ermöglichen soll. Zudem ist das neue MacBook Pro 13 dünner und leichter geworden und reduziert die am Gerät gebotenen Schnittstellen radikal auf ausschließlich Thunderbolt-Ports.
Die Modellpalette umfasst 13- und 15-Zoll-Konfigurationen, wobei die 13-Zoll-Version auch als abgespeckte Variante ohne Touch-Bar, mit nur zwei Thunderbolt-Ports (anstatt vier) und schwächerer CPU und GPU angeboten wird. Genau diese Version, die sich bis auf die genannten Merkmale nur gering von ihren Touch-Bar-Kollegen unterscheiden soll, haben wir bereits hier im Test. Die “Vollversionen” mit Touch Bar werden in rund drei Wochen erwartet. Apple listet bei bereits erfolgten Bestellungen einen voraussichtlichen Liefertermin zwischen 24. November und 1. Dezember. Wir werden natürlich auch die Touch-Bar-Varianten in 13- und 15-Zoll zeitnah und umfangreich testen.
Unser Testgerät aus folgendem Artikel stammt aus einer regulären Online-Bestellung im Apple Store (kein Pressesample).
Dünner, leichter und optional in “space gray” – so lässt sich das neue MacBook Pro Gehäuse charakterisieren. Es bleibt beim hervorragenden Eindruck des Unibody Aluminumgehäuses, bekannt vom Vorgänger und der übrigen Apple-Produktpalette. Stabilität, Haptik und Optik sind auf höchstem Niveau. Das neue, besonders flach gebaute Scharnier unterscheidet sich subjektiv kaum vom alten Modell. Die Lautsprecher sind nun auf die Oberseite neben die Tastatur gerückt und das Touchpad wurde deutlich vergrößert. Auch die Tastatur hat Apple überarbeitet, sie erinnert jetzt stark an das kleine 12-Zoll-MacBook. Das beleuchtete Apfel-Logo auf der Displayrückseite musste für eine noch geringere Gehäusedicke weichen und ist nun ebenso optisch spiegelnd wie beim 12-Zoll-Kollegen ausgeführt. Die Abdeckung der Unterseite ist weiterhin mit den proprietären Pentalobe-Schrauben gesichert. Akku Asus X52F .
Im Vergleich mit den übrigen Modellen aus dem Apple Sortiment erweist sich das neue Apple MacBook Pro 2016 als deutlich kompakter in seinen Abmessungen, sowohl im Vergleich zum direkten Vorgänger, als auch bei Gegenüberstellung mit dem MacBook Air 13, das mit bis zu 17 Millimetern “Dicke” sogar noch rund zwei Millimeter auf das neue Pro aufschlägt. Seitens Gewicht liegen das Air 13 und das neue MacBook Pro in etwa auf einer Ebene, das Vorgänger MacBook Pro 13 wiegt rund 200 Gramm mehr. Das kommende 15-Zoll MacBook Pro wird mit rund 1800 Gramm circa 400 Gramm schwerer sein als sein 13-Zoll-Pendant, allerdings gerade mal rund einen Millimeter dicker ausfallen.
Zwei Thunderbolt 3 Anschlüsse als USB-C und ein Klinkenstecker für den Anschluss eines Kopfhörers. Mehr gibt es nicht. Die beiden Thunderbolt-Ports können jedoch – den entsprechenden (teuren) Adapter vorausgesetzt – vielseitig verwendet werden. Neben der Stromversorgung kann man etwa auch Displays verbinden und bis zu 40 GBit/s an Daten über die Buchse transferieren. Die teureren Modelle bieten übrigens 4 Ports (beim 13-Zoll Modell sind dann jedoch die rechten zwei Ports nur mit halber Geschwindigkeit angebunden).
Hier noch ein paar Beispiele der von Apple angebotenen Adapter: USB-C auf USB-A Adapter: 25 Euro, Thunderbolt 3 auf Thunderbolt 2 (mini DisplayPort): 59 Euro, USB-C auf Gigabit Ethernet: 39,95 Euro;

Die integrierte iSight Webcam schießt Bilder mit einer Auflösung von 1080×720. Die Farbdarstellung ist ok, jedoch ist die Auflösung und das Rauschverhalten sehr antiquiert. In schwachen Lichtverhältnissen verschwinden alle Details und selbst im Tageslicht sind die Ergebnisse nicht überzeugend. Hier gibt es seit Jahren keinerlei Verbesserungen. Schade, zeigt doch Apple in den iPhones was derzeit machbar wäre.
Die integrierte AC WLAN-Karte kann nun nicht mehr auf Antennen hinter einem schwarzen Kunststoffstreifen zurückgreifen. Befürchtungen das dies die Leistung beeinträchtigt, zeigen sich zumindest in unserem WLAN Test in einem Meter Distanz als begründet. Die hervorragende Leistung des alten Modells (hier die 2013er-Version) kann das neue MBP nicht erreichen. Trotzdem kann es sich von den schnellsten Windows-Notebooks immer noch absetzen, daher fällt diese Kritik eher in die Rubrik “Jammern auf sehr hohem Niveau”.

Bei Benutzung eines 2,4 GHz AC WLAN an unseren Linksys EA8500 kam es manchmal auch zu Verbindungsproblemen wenn ein externes USB-C Device angeschlossen war. Bei uns war dies z.B. bei Anschluss der Kensington Docking Station öfter der Fall. Leider ist das Phänomen aber nicht immer reproduzierbar und trat auch nicht unter Windows 10 auf. Wir gehen daher von einem Software Bug von macOS aus, der hoffentlich in naher Zukunft behoben wird. Akku Asus X52J .
Mit nur zwei USB-C / Thunderbolt 3 Ports, sind Dockingstations für die meisten Nutzer ein unverzichtlichbares Zubehör. Wir haben den einfachen Anker Premium USB-C Hub mit LAN, 2x USB-A und Power Delivery und die teure Kensington SD4600P Docking-Station mit HDMI, DisplayPort, LAN und klassischen USB-A Anschlüssen getestet. Sowohl unter macOS als auch Windows 10 wurden sie erkannt und funktionierten nach einstecken sofort. Bei der Anker wurde der LAN Port zwar erst am 2. Thunderbolt Anschluss erkannt, sie funktionierte sonst aber einwandfrei. Die Kensington konnte im Test LAN unter macOS nur per Treiber ansteuern, dann aber problemlos. Ein externer 4K Monitor von Asus funktionierte sofort mit 60 Hz unter macOS und Windows 10, ein zusätzlicher per HDMI angeschlossener Full HD Monitor funktionierte jedoch nur unter Windows 10 als erweiterte Anzeigefläche. Thunderbolt 3 Zubehör auf Basis des TI 65982 USB-C Chips haben jedoch anscheinend Probleme mit den MacBooks.
Die neuen MacBooks aus 2016 nutzen die zweite Generation des im 12-Zoll-MacBook eingeführten Chiclet-Keyboards. Auch hier schockt der geringe Hubweg der einzelnen Tasten bei der ersten Benutzung. Positiv fällt jedoch zugleich der gleichmäßige Anschlag auf. Die von Apple entwickelte Butterfly-Mechanismus in der 2. Generation ist nun spürbar besser als noch im 12-Zoll Macbook. Gleich bleibt jedoch, dass man sich erst einmal an das Tippgefühl gewöhnen muss. Danach ist der Umstieg, beispielsweise auf das alte MacBook Keyboard umso schwieriger, da sie als regelrecht schwammig wahrgenommen wird. Bei der möglichen Tippgeschwindigkeit erzielten wir keine Unterschiede zu der Tastatur in den alten MacBook-Pro-Modellen. Auch bei der ersten Benutzung war ein schnelles und fehlerfreies Schreiben möglich. Die Tippgeräusche der Tastatur sind stark von der Benutzung abhängig. Im 10-Finger System ist sie minimal lauter als bei der Vorgängertastatur, aber unserer Meinung nach nicht störend in leisen Umgebungen. Tippt man jedoch mit etwas Schwung im 2-Finger-System, ist die Lautstärke deutlich höher. Einen Vergleich finden Sie in unterhalb dieser Sektion eingebautem Video.

Durch den geringen Hub integriert sich die in 16 Stufen regelbare Hintergrundbeleuchtung der einzelnen Tasten optisch schön im Gehäuse und leuchtet kaum aus dem Gehäuse heraus. Akku Asus X53E .

Das Glas-Trackpad in den neuen MacBook-Pro-Modellen wurde im Vergleich zu den Vorgänger-Notebooks deutlich vergrößert, bleibt aber sonst technisch identisch. Es ist weiterhin die Referenz bezüglich Touchpads, obwohl Windows Geräte wie beim Surface 4 Pro langsam aufholen. Dank Taptik-Engine lässt sich das Glasfeld an jeder Stelle haptisch gleich drücken und erlaubt auch einen festen “Force Press”. Beides funktioniert so gut, dass man nicht mehr zu einem normalen Touchpad mit Wippen-Schalter wechseln möchte. Auch die Software-Ansteuerung (unter macOS) des Trackpads ist weiterhin ungeschlagen. Gesten, Drag & Drop (per zweitem Finger in der Ecke) und die Reaktionszeiten waren im Test erstklassig. Die Handballen-Erkennung funktionierte gut, durch die vergrößerte Fläche ist sie auch dringend notwendig, da man die Finger mal gerne am Touchpad ablegt. Nur selten kam es im Test zu unbeabsichtigten Cursorbewegungen bei der Benutzung der Tastatur.